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Erst der Kunde, dann das Produkt – „Schutz vor Beraterwillkür“

Veröffentlichung vom Handelsblatt-Verlag

04.04.2018 - Erst der Kunde, dann das Produkt

Anlage- und Vorsorgegespräche ähneln meist immer noch einer Werbeschau für provisionsreiche Produkte. Ändern soll das jetzt die normierte Beratung.

Die Analyse der finanziellen Situation ist für die Finanzberatung das, was in der Medizin Anamnese und Diagnosestellung ist. Sie erfordert eigentlich große Sorgfalt. Doch die Praxis sieht in vielen Fällen anders aus. „Man stelle sich vor, ein Patient sähe sich nach dem Besuch mehrerer Ärzte mit diversen grundunterschiedlichen Diagnosen konfrontiert. In der Medizin ist das undenkbar, in der Finanzbranche der Alltag“, sagt Klaus Möller. Er ist Geschäftsführer des Defino Instituts für Finanznorm in Heidelberg und hat sich zum Ziel gesetzt, die Finanzberatung in Deutschland durch Normierung und verbindliche Standards zu verbessern. Als „ein erstes Arbeitsergebnis“ des Instituts verweist Möller auf die Mitentwicklung der 2014 eingeführten „DIN SPEC 77222“, hinterlegt beim Deutschen Institut für Normung (DIN). Die Nachfolgernorm DIN 77230 ist in der Vorbereitung. Sie soll voraussichtlich im dritten Quartal 2018 fertig sein und verspricht eine „Basisanalyse der finanziellen Situation von Privathaushalten“.

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